Holzimprägnierung

Stark wie zwei: So schützen Sie kesseldruckimprägniertes Holz

Unter Bauherrn und Gartenbesitzern gilt Holz als einer der schönsten Werkstoffe. Holz verleiht ein natürliches Ambiente. Es überzeugt durch die warmen Töne seiner Eigenfärbung. Es kann in beliebigen Farben gestrichen werden. Einziger Nachteil dieses nachhaltigen Materials: Unbehandelt ist es nicht wetterbeständig. Das gilt auch für alle kesseldruckimprägnierten Hölzer (KDI). Auch sie müssen mit einem oder mehreren Anstrichen geschützt werden. Dieser Artikel erklärt Ihnen, wie Sie Holz im allgemeinen und Kesseldruckholz im besonderen durch die Holzimprägnierung wetterfest machen.

Es kommt auf die Holzsorte an

Holzschutz und Holzart sind miteinander abzustimmen. Grundsätzlich gilt: Alle Hölzer benötigen in regelmäßigem Abstand eine schützende Pflege. Als beste wetterbeständige heimische Harthölzer gelten Lärche, Douglasie und Robinie. Beliebte außereuropäische Sorten sind Teak und Bangkirai. Aber auch diese natürlich geschützten Hölzer profitieren von einer Imprägnierung des Holzes. Die Abstände zwischen den Anstrichen sind nur länger.

Was passiert, wenn ein Holz unbehandelt bleibt?

Holz ist mehr oder weniger offenporig. Es 'lebt', es 'atmet', sagt der Holzhandwerker. Diese offene, natürliche Struktur macht den Reiz des Materials aus. Aber es bringt auch Nachteile. Unbehandeltes Holz absorbiert Wasser. Es quillt auf und zieht sich bei Trockenheit wieder zusammen. Beim Trocknen entstehen Risse. Unter Feuchtigkeit siedeln sich im Holzinneren Schädlinge und Pilze an. Die Struktur zersetzt sich. Das Holz verliert seine Stabilität und Tragfähigkeit. Mit regelmäßigem Holzschutz verhindern Sie diesen Prozess.

Holzimprägnierung auftragen ist keine Kunst

Holz schützen will gelernt sein. Wie gehen Sie beim Imprägnieren vor? Hier eine allgemeine Darstellung, die Besonderheiten der Holzarten außer acht lässt und für unbehandelte Hölzer gilt. Typische Holzimprägnierungen sind dünnflüssig. Sie sind farblos oder schwach pigmentiert. Streichen Sie die Imprägnierung mit einem breiten Flächenpinsel auf das saubere Holz. Wenn Sie eine Holzimprägnierung auf Lösungsmittelbasis verwenden, müssen Sie die Oberfläche leicht anschleifen. Für wasserbasierte Imprägnierungen rauen Sie stärker an. Die wässrige Imprägnierung dringt tief in die Holzzellen ein und schützt vor Feuchtigkeit und Schädlingen. Nach dem Imprägnieren streichen Sie das Holz mit einer Holzlasur oder einer deckenden Farbe. Es gibt auch Kombi-Produkte, die in einem Arbeitsgang imprägnieren und einfärben.

Auch Kesseldruckhölzer brauchen Pflege

Die meisten Anleitungen fürs Imprägnieren beziehen sich auf das unbehandelte Holz. Einen Sonderfall stellt das kesseldruckimprägnierte Holz dar. Solche Hölzer erkennen Sie an dem grünlichen oder bräunlichen Oberflächen-Farbton. Sie sind eine gute Wahl für Holz, das im Außenbereich verbaut wird. Typische Objekte aus kesseldruckimprägniertem Holz sind Gartenzäune, Pfähle und Carports. Viele Laien glauben, dass diese Hölzer auf Jahre geschützt sind und keiner weiteren Pflege bedürfen. Das ist ein Irrtum.

Kesseldruck - Was ist das eigentlich?

Wie funktioniert eine Kesseldruckimprägnierung? Der Name steuert bereits einen Teil der Erklärung bei. Das Holz kommt in einen großen Kessel. Dieser Kessel ist mit Holzschutzmittel gefüllt. Dabei handelt es sich um bestimmte Salze (Kupfer- und Borverbindungen), die das Holz gegen Pilze, Fäulnis und Insekten konservieren. Dieser Holzschutz wird in dem Kessel unter hohem Druck tief in das Holz hineingepresst. Das kann je nach Verfahren mehrere Stunden dauern.

KDI und KVI

Kesseldruckbehandeltes Holz heißt unter Fachleuten KDI (Kesseldruckimprägnierung). Noch bessergeschützt sind Hölzer, die im Anschluss mit einem Vakuum-Druckverfahren behandelt werden. Dieses Verfahren drückt die Restfeuchtigkeit aus dem Holz heraus. Die salzhaltigen Holzimprägnierungen dringen also noch tiefer in die Holzfasern ein. Vakuumbehandelte Hölzer firmieren in Fachkreisen unter der Abkürzung KVI (Kesselvakuumdruckimprägnierung).

Mäßig haltbares Holz

Die Haltbarkeit von Holz wird in Dauerhaftigkeitsklassen ausgedrückt. Tropenhölzer wie das asiatische Teakholz stehen in der Dauerhaftigkeitsklasse 1. Heimische Hölzer wie die Birke oder der Ahorn belegen den untersten Rang 5. Natürlich sind Gartenzäune selten aus Teak gefertigt, sondern aus Fichte, Kiefer oder Lärche. Diese Baumarten, mit einer Kesseldruckimprägnierung versehen, gelten als mäßig haltbare Hölzer. Sie verwittern innerhalb eines Zeitraums von 10 bis 15 Jahren. Wenn Sie länger Freude an Ihrem Carport, Ihrem Zaun oder sonstigen Konstruktionen aus kesseldruckimprägniertem Holz haben wollen, müssen Sie also einen zusätzlichen Holzschutz auftragen.

Aufs Timing kommt es an

Kesseldruckimprägniertes Holz braucht einen schützenden Anstrich, wenn Sie lange etwas von Zaun, Carport und Co haben wollen. Bevor Sie zu streichen beginnen, muss noch eine Frage beantwortet werden, die oft übersehen wird: Wann darf gestrichen werden? Viele Holzlasur-Hersteller geben auf diese Frage einen Zeitraum von sechs Wochen nach Kauf/Installation des kesseldruckimprägnierten Holzes an. Dieser Zeitraum ist zu kurz bemessen. Durch die Imprägnierung auf Salzbasis kommt es beidem KDI-Holz immer wieder zu Ausblühungen an der Holzoberfläche. Dieses Phänomen verleiht dem Werkstoff seine typische, grünliche, manchmal bräunliche Oberflächenverfärbung. Wenn Sie zu früh darüber streichen, kommen die Salzkristalle als unschöne Schattierungen durch Ihre Lasur hindurch. Besonders bei einer weißen Farbgebung wirkt das äußerst störend.

Den richtigen Zeitpunkt bestimmen

Für ein schönes, glattes, durchgefärbtes Lasur-Ergebnis muss das kesseldruckimprägnierte Holz frei von Salzausblühungen sein. Wie bestimmen Sie den richtigen Zeitpunkt? Unter Praktikern gibt es eine ganz einfache Methode. Schauen Sie sich Ihren Zaun an, nachdem es geregnet hat. Das offenporige Holz hat sich mit Feuchtigkeit vollgesogen. Wenn es jetzt an den alten Ausblüh-Stellen der Salzkristalle zur Schlierenbildung kommt, ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Folglich könnten Farbschleier durch Ihren Holzschutz schlagen. Also ist weiteres Warten angesagt. Als Faustregel gilt: Das kesseldruckimprägnierte Holz ist streichbereit, wenn es eine Restfeuchte von nur noch 20 Prozent erreicht hat. Dieser Prozess schreitet pro ein Zentimeter Querschnitt-Tiefe in Zwei-Monat-Schritten voran. Das macht bei neun Zentimeter starken Zaunpfählen anderthalb Jahre Wartezeit.

Achtung, Sägeschnitte

Stellen, an denen das Holz durch Bearbeitung oder Unachtsamkeit beschädigt ist, müssen sofort behandelt werden. Denn hier herrscht nicht mehr der volle Schutz durch die Imprägniersalze. Schleifen Sie diese Areale mit einem Schleifpapier von mittlerer Körnung an. Im Anschluss tragen Sie eine Grundierung auf, die das Holz vor eindringenden Schädlingen und vor Nässe schützt.

Schleifen, schleifen, schleifen

Vorbereitung ist alles. Das gilt für die Holzimprägnierung im Allgemeinen und den schützenden Anstrich von kesseldruckimprägniertem Holz im Besonderen. Zuerst muss gesäubert und geschliffen werden. Sollte Ihr kesseldruckimprägniertes Werkstück bereits mit einer Holzschutzfarbe behandelt sein, müssen Sie den alten Anstrich mit einer Drahtbürste und mit Schleifpapier Körnung 100 und 80 herunterholen. Das unbehandelte KDI-Holz schleifen Sie nach dem Säubern mit Schleifpapier Körnung 120 ab. Nach dem Schleifen fegen Sie den Schleifstaub mit einem weichen Handbesen ab.

Achtung Laienhandwerker!

Schleifen Sie immer mit der Holzmaserung und nicht quer zu ihr. Sonst entstehen unschöne Scheuerstellen. Beim Lackieren spielt das keine große Rolle. Aber eine Holzimprägnierung auf Lasurbasis lässt die Struktur das Holzes durchschimmern.

Tipp

Ein Zwischenanstrich mit einer wasserlöslichen Lasur erhöht deren Abwehrkraft gegen Feuchtigkeit.

Starre Pinsel geschmeidig machen

Nach dem Schleifen und Säubern tragen Sie mit einem guten Flächenstreicher die Grundierung auf. Achten Sie auf Pinselqualität. Zu billige Exemplare hinterlassen unschöne Arbeitsspuren oder verlieren während des Streichens Haare. Haben Sie keinen Spezialpinsel, sondern nur einen einfachen Mehrzweckpinsel zur Hand, gibt es einen bewährten Malertrick: Schleifen sie die Haare mit einem feinkörnigen Schleifpapier. Dadurch wird der Pinsel weicher. Gleichzeitig entfernen Sie lose sitzende Haare.

Gründlich mit Grundierung

Zuerst verteilen Sie gleichmäßig die farblose Grundierung auf dem Holz. Sie ist dünnflüssig, zieht tief in das Material ein und bildet dort eine Schutzschicht gegen Pilze, Schimmel, Feuchtigkeit und Insekten. Gleichzeitig versiegelt diese Holzimprägnierung das KDI-Holz gegen die berüchtigten 'Ausblühungen' - also das farbige Durchschlagen von Salzkristallen nach dem Anstrich. Achten Sie auf die Verarbeitungsempfehlungen des Grundierungsherstellers. Lassen Sie die Grundierung gründlich durchtrocknen (mindestens 12 Stunden).

Und wieder schleifen

Das Naturmaterial Holz reagiert auf alle äußeren Einflüsse. Beim Grundieren nimmt es viel Feuchtigkeit auf. Dadurch stellen sich während des Trocknens die Holzfasern auf, die Oberfläche wird rau. Die Aufnahmefähigkeit des Holzes nimmt ab. Darum ist es ratsam, nach dem Grundieren einen Zwischenschliff vorzunehmen. Dieser Schliff erfolgt mit einem feineren Schleifpapier in der Körnung zwischen 220 und 320. Anschließend bürsten oder saugen Sie den Schleifstaub wieder sorgfältig ab.

Tipp:

Wir empfehlen lösemittelfreie Lasuren oder Holzöle. Achten Sie auf maximal gute Pigmentierung und machen Sie vorher Probeanstriche, um sicherzugehen, dass nichts durchschlägt. Es ist auch möglich, nach dem Trocknen des ersten Anstrichs einen zweiten aufzubringen, um die Farbgebung zu vertiefen.

Fazit

Kesseldruckimprägniertes Holz ist eine gute Wahl für Konstruktionen im Außenbereich. Denn es besitzt einen eigenen Witterungsschutz durch die eingebrachten Salze. Trotzdem profitiert es von einem Anstrich mit Holzöl oder Holzlasur. Wenn Sie die Arbeitsschritte einhalten und die Oberfläche geduldig vorbereiten, erzielen Sie mit einem Anstrich gute und haltbare Ergebnisse.